Wie in jedem Jahr hat die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Rhein-Erft-Kreis die aktuellen Zahlen für 2025 veröffentlicht. Bei den Verkaufsfällen, die für eine Auswertung geeignet waren, ist mit rund 4.700 Stück ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr (4.300 Verträge) zu verzeichnen. Es handelt sich dabei nicht nur um Kaufverträge bebauter und unbebauter Grundstücke, sondern auch um Acker- oder Gewerbeflächen.
Während die Baulandrichtwerte stabil sind, knacken die Ackerrichtwerte kreisweit die 11 €-Marke
Die Preisspitzen bei den Bodenrichtwerten für Bauland wurden in den vergangenen Jahren erreicht. Zum 01.01.2026 stagnieren die Bodenrichtwerte im sog. Speckgürtel rund um Köln (Pulheim, Frechen, Hürth, Brühl, Wesseling), wohingegen in den eher ländlich geprägten Städten westlich der Ville (Bedburg, Bergheim, Elsdorf, Kerpen, Erftstadt) ein Anstieg von ca. 10 % vom Gutachterausschuss beobachtet wurde. Konkret bedeutet dies, dass in den Städten westlich der Ville die höchsten Bodenrichtwerte nun zwischen 310 €/m² (Elsdorf-Heppendorf) und 600 €/m² (Bergheim-Glessen) liegen. In den in unmittelbarer Nähe zur Stadt Köln liegenden Städten östlich der Ville bewegen sich die höchsten Bodenrichtwerte weiterhin zwischen 450 €/m² (Wesseling-Keldenich) und 730 €/m² (Frechen-Königsdorf).
Die Bodenrichtwerte für landwirtschaftlich genutzte Ackerflächen stiegen im Mittel um rd. 15%, so dass nun alle die 11 €-Marke geknackt haben.
Anstieg bei den Immobilienrichtwerten – Überblick
Bei den Immobilienrichtwerten für Einfamilienhäuser, die neben dem Bodenwert auch den Wert des Gebäudes beinhalten, ist für 2025 ein Preisanstieg (im Mittel rd. +10%) zu verzeichnen. Unter diese Kategorie fallen neben den freistehenden Einfamilienhäusern auch Reihen- oder Doppelhäuser. Die vom Gutachterausschuss beschlossenen Immobilienrichtwerte sind in Euro pro m² Wohnfläche angegeben und beziehen sich ausschließlich auf Weiterverkäufe – nicht auf Neubauten. Dabei liegen die jeweils höchsten Immobilienrichtwerte für Einfamilienhäuser der Städte westlich der Ville in einem Bereich zwischen 3.000 €/m² und 4.000 €/m², die der Städte östlich der Ville erheblich höher zwischen 4.200 €/m² und 5.700 €/m². Der höchste Immobilienrichtwert befindet sich in der Stadt Frechen mit durchschnittlich 5.700 €/m² Wohnfläche.
Ebenso beziehen sich die Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen ausschließlich auf Weiterverkäufe. Auch hier wurde im Mittel ein Anstieg um 4% fest-gestellt. Dabei befinden sich die jeweils höchsten Immobilienrichtwerte für Eigentumswohnungen der Städte westlich der Ville in einem Bereich zwischen 2.400 €/m² und 3.300 €/m². Auch hier sind die Werte östlich der Ville erheblich höher und liegen zwischen 3.100 €/m² und 4.100 €/m². Der höchste Immobilienrichtwert dieser Kategorie befindet sich in der Stadt Brühl mit 4.100 €/m² Wohnfläche.
Beispielhafte Kaufpreise westlich der Ville
Für freistehende Gebäude liegen die mittleren Kaufpreise – je nach Baujahr – zwischen 2.770 € und 3.980 €, bei Reihenendhäusern und Doppelhaushälften zwischen 2.890 € und 3.900 € und bei Reihenmittelhäusern bei zwischen 2.600 € und 3.300 €. Als Beispiel sei ein freistehendes Gebäude genannt, welches im Zeitraum 1970 – 1984 errichtet wurde (Verkaufszahl: 107): Der Kaufpreis lag hier zwischen 207.000 € und 881.000 €, der mittlere Preis bei 410.000 €.
Bei den Eigentumswohnungen lagen im Berichtszeitraum die Kaufpreise in Bedburg zwischen 2.797 €/m² und 3.472 €/m² und in Bergheim bei 903 €/m² und 5.525 €/m². Die Spannen insbesondere in Bergheim sind sehr weit. In Elsdorf sind keine Verkäufe angefallen. Bei den Eigentumswohnungen wird sogar nach den Ortsteilen und Straßen differenziert.
Alle aktuellen und historischen Bodenrichtwerte als auch die Immobilienrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht 2026 können unter www.boris.nrw.de kostenfrei eingesehen und heruntergeladen werden. Ein Blick lohnt sich für Interessierte auf jeden Fall. Denn es wird in vielen einzelnen Punkten weiter differenziert, was aus Platzgründen hier nicht wiedergegeben werden kann. Es kann nur ein Einblick gegeben werden.
Reimund Gau, 1. Vorsitzender Eigentümer- und Vermieterverein Bedburg und Umgebung

Das im Bergheimer Stadtteil Paffendorf gelegene Schloss wurde erstmalig 1230 urkundlich als Vogtei Paffendorf erwähnt. Die Anlage ist im Renaissancestil vollständig von Wassergräben umgeben.
