Die Erftbahn (RB 38) wird von Köln bis Bedburg zur S- Bahn

Die Frage ist nur wann?

In regelmäßigen Abständen ist das Thema Gegenstand der Presse und der Politik: Worum geht es und wie ist der Planungsstand? Von einer voraussichtlichen Fertigstellung spricht übrigens noch niemand:

Die Erftbahn (RB 38) soll nach den derzeitigen Planungen, Anfänge gibt es seit den 1990er (!), zunächst von Köln nach Bedburg und nicht etwa, wie es mit der Regionalbahn einmal möglich war, bis nach Düsseldorf zu einer vollwertigen S-Bahn-Linie ausgebaut werden. „Durchfahrende“ in beide Richtungen ab Bedburg müssen heute in unzumutbarer Weise binnen weniger Minuten umsteigen. Auch dies soll wieder verbessert werden.

Der Takt wird von 30 Minuten auf 20 Minuten verkürzt und die Züge können bis zu 100 km/h schnell fahren statt wie bisher nur max. 60 km/h. So können bei gleicher Fahrtzeit mehr Haltestellen angefahren werden. Durch die erhöhte Geschwindigkeit müssen neue Lösungen für die Bahnübergänge auf der Strecke gefunden werden. Sie reichen von der Schließung über die (erstmalige) technische Sicherung bis zum Bau einer Unterführung. Für den neuen Takt sind auf der überwiegend eingleisigen Strecke Anpassungen notwendig, zum Beispiel der Neubau und die Verlängerung von Ausweichstellen.

Enge Kurvenradien werden beseitigt, die Leit- und Sicherungstechnik wird angepasst. Anstatt der dieselbetriebenen Regionalbahnen fahren auf der Linie künftig elektrisch betriebene S-Bahnen. Dafür ist eine Elektrifizierung der Strecke von Horrem bis Bedburg nötig. Die Bahnsteige in Bedburg, Glesch, Paffendorf, Zieverich und Bergheim werden modernisiert oder komplett neu gebaut: Sie werden zum Teil verlängert, bieten zukünftig einen stufenlose Einstieg, Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen und ein attraktiveres Erscheinungsbild.

So ist etwa in Horrem der Bau einer Schienenbrücke – ein sogenanntes Überwerfungsbauwerk- in einer Länge von rund 700 m erforderlich, damit die künftige S-Bahn sicher die anderen Gleise in Richtung Aachen/ Köln queren kann.

In Bedburg muss für den 20-Minuten-Takt der Bahnhof umgebaut werden, damit aufgrund der beiden Außenbahnsteigen ein reibungsloser Umstieg anstelle der jetzigen Unterführung ermöglicht wird. 2 Varianten haben die Planer derzeit: Variante 1 verlängert die Bahnsteige 1 und 2, sodass Züge aus Köln und aus Düsseldorf auf dem gleichen Gleis hintereinanderstehen. Ein Umstieg kann dann am gleichen Gleis erfolgen. Variante 2 ergänzt den vorhandenen Bahnsteig 2 um einen neuen Mittelbahnsteig. Die Gleise aus Richtung Köln enden in Bedburg und werden vom bestehenden Bahnsteig 2, dem neuen Mittelbahnsteig sowie einem Verbindungssteig umfasst. Fahrgäste im Zug aus Richtung Düsseldorf können auf beiden Seiten aussteigen, sowohl am Bahnsteig 1 als auch am neuen Mittelbahnsteig. Auf diese Weise verbessert sich für Fahrgäste aus beiden Fahrtrichtungen die Umstiegssituation in Bedburg.

Wann die S 12 von Bedburg über Köln nach Troisdorf und Au an der Sieg fährt, steht derzeit sprichwörtlich in den Sternen. Die Vorplanung war Ende 2019 abgeschlossen. Ein weiterer Rückschlag neben dem derzeitigen Umsteigen in Bedburg besteht darin, dass ab Juni 2020 wegen Brückenarbeiten in Köln- Deutz die RB 38 zwischen Köln und Horrem für die Dauer von ca. 1,5 Jahren ihren Betrieb fast vollständig einstellt, so dass in Horrem umgestiegen werden muss. Es dürfte ein schwacher Trost sein, dass derzeit morgens um 5 Uhr 43 von Bedburg eine Bahn nach Köln Hauptbahnhof fährt und ab dort als S 11 in Richtung Köln Dellbrück.

Weitere Informationen auch zum aktuellen Planungsstand bzw. zur der Möglichkeit der Bürgerbeteiligung finden Sie unter https://www.sbahnkoeln.de.

Reimund Gau, 1. Vorsitzender für den Vorstand des Eigentümer- und Vermietervereins Bedburg und Umgebung